Die Jahresabrechnung für Gas oder Heizöl liegt auf dem Tisch, und Sie fragen sich, wie viel davon eigentlich auf den CO2-Preis entfällt. Und wie stark treibt der CO2-Preis Heizkosten 2027 und danach nach oben? Dieser Ratgeber erklärt die aktuellen Werte je Liter und Kilowattstunde, rechnet ein Beispiel für ein Einfamilienhaus durch und zeigt, wie Vermieter und Mieter die Kosten teilen.

So funktioniert der CO2-Preis auf Heizöl und Erdgas
Grundlage ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Für das CO2, das beim Verbrennen von Heizöl und Erdgas entsteht, werden Zertifikate fällig. Die Kosten stecken im Brennstoffpreis, den Sie zahlen. So hat sich der Preis entwickelt:
- 2025: Festpreis von 55 Euro pro Tonne CO2.
- 2026: erstmals Versteigerung an der Energiebörse EEX mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Zertifikat. Reichen die Zertifikate nicht, folgt ein Nachverkauf zu 68 Euro.
- Erste Auktion am 01.07.2026: Zuschlag bei 65 Euro – also an der Obergrenze.
- Die Versteigerungen 2026 laufen laut Deutscher Emissionshandelsstelle (DEHSt) von Juli bis voraussichtlich Ende Oktober.
2027: Der Korridor von 55 bis 65 Euro bleibt
Eigentlich sollte 2027 der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) übernehmen. Weil dieser auf 2028 verschoben wurde, hat der Bundestag am 15.10.2026 das Dritte Gesetz zur Änderung des BEHG beschlossen. Danach gilt der Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne auch 2027. Ohne diese Änderung hätte sich der Preis 2027 aus den Auktionen des bestehenden EU-Emissionshandels ergeben.
Für Ihre Planung heißt das: 2027 gilt derselbe Rahmen wie 2026 – mindestens 55, höchstens 65 Euro pro Tonne.
Was der CO2-Preis je Liter und Kilowattstunde ausmacht
Wie viel CO2-Preis im Brennstoff steckt, lässt sich aus den Angaben der DEHSt ableiten. Die Werte sind gerundete Orientierungswerte inklusive 19 % Mehrwertsteuer:
| CO2-Preis | Heizöl EL | Erdgas |
|---|---|---|
| 55 €/t (Preis 2025, Untergrenze des Korridors) | ca. 17,6 ct/l | ca. 1,2 ct/kWh |
| 65 €/t (Obergrenze 2026 und 2027) | ca. 20,8 ct/l | ca. 1,4 ct/kWh |
Laut DEHSt liegt der Aufschlag bei 65 Euro pro Tonne um rund 3,2 ct je Liter Heizöl und 0,22 ct je kWh Erdgas über dem Wert von 2025. Einzelne Ratgeberseiten nennen für Erdgas leicht abweichende Werte. Die Größenordnung bleibt gleich.
Wie der CO2-Preis Heizkosten im Einfamilienhaus erhöht: ein Rechenbeispiel
Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch oder 2.000 Litern Heizöl im Jahr (abgeleitet aus den DEHSt-Werten, brutto, gerundet):
| Heizung | Jahresverbrauch | CO2-Anteil bei 55 €/t | CO2-Anteil bei 65 €/t |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 20.000 kWh | ca. 240 € | ca. 285 € |
| Heizöl | 2.000 l | ca. 350 € | ca. 415 € |
So rechnen Sie für Ihr Haus: Verbrauch aus der letzten Abrechnung mal Centwert aus der Tabelle oben. Der CO2-Anteil ist nur ein Teil Ihrer Heizkosten – hinzu kommen Brennstoff, Netzentgelte, Steuern und Wartung. Er wächst aber mit jedem Liter und jeder Kilowattstunde. Wer weniger verbraucht, zahlt also auch weniger CO2-Preis.
Ab 2028: Europäischer Emissionshandel statt Korridor
Ab dem 01.01.2028 soll der EU-Emissionshandel ETS2 für Gebäude und Verkehr starten. Dann bildet sich der CO2-Preis auf EU-Ebene am Markt statt in einem nationalen Korridor. Die EU-Kommission hat Mechanismen zur Preisdämpfung vorgeschlagen. Wie sie am Ende aussehen, ist noch offen. Eine verlässliche Prognose für den Preis ab 2028 können wir Ihnen deshalb nicht geben.
Wer heute eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, sollte diese Unsicherheit einkalkulieren. Hinzu kommt: Neue fossile Heizungen im Bestand müssen nach § 43 GModG ab 2029 einen Anteil biogener oder klimafreundlicher Brennstoffe nutzen, der danach schrittweise steigt. Mehr dazu im Ratgeber Heizung tauschen 2026.
Vermietet: So teilen Vermieter und Mieter die CO2-Kosten
Bei Mietwohnungen regelt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG), wer zahlt. Für Wohngebäude gilt ein Modell mit zehn Stufen, gemessen am CO2-Ausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Je höher der Ausstoß, desto größer der Anteil des Vermieters. Ein Auszug:
| CO2-Ausstoß (kg CO2 je m² und Jahr) | Anteil Vermieter | Anteil Mieter |
|---|---|---|
| unter 12 | 0 % | 100 % |
| 12 bis unter 17 | 10 % | 90 % |
| 32 bis unter 37 | 50 % | 50 % |
| 47 bis unter 52 | 80 % | 20 % |
| ab 52 | 95 % | 5 % |
Bei Nichtwohngebäuden wie Büros oder Läden trägt der Mieter höchstens 50 % der CO2-Kosten.
Neu mit dem GModG ist § 5a CO2KostAufG: Wird in einem vermieteten Bestandsgebäude eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung nach § 43 GModG eingebaut, teilen sich Vermieter und Mieter ab 01.01.2028 die CO2-Kosten und die Gas-Netzentgelte hälftig – abweichend vom Stufenmodell. Ab 01.01.2029 gilt das auch für die Mehrkosten der vorgeschriebenen Biobrennstoffe, bis höchstens 30 % Brennstoffanteil. Für Heizungen, die nach einem irreparablen Ausfall weniger als zwölf Monate vor 2028 getauscht werden, gibt es eine Übergangsregel. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Mehr für Eigentümer mehrerer Objekte auf unserer Seite für Hausverwaltungen und Wohnungswirtschaft.
Was Sie gegen steigende CO2-Kosten tun können
Damit der CO2-Preis Heizkosten nicht Jahr für Jahr weiter belastet, gibt es drei Hebel:
- Bestehende Heizung optimieren: Heizkurve, Pumpe und hydraulischer Abgleich senken den Verbrauch. In Gebäuden mit bis zu fünf Wohneinheiten fördert das BAFA die Heizungsoptimierung mit 15 %.
- Auf eine Wärmepumpe umsteigen: Der CO2-Preis nach BEHG wird auf Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas erhoben. Eine Wärmepumpe heizt mit Strom und ist von diesem Aufschlag nicht direkt betroffen. Mit einem Tarif nach § 14a EnWG sinkt zudem das Netzentgelt – Details im Ratgeber Wärmepumpe Stromtarif.
- Förderung prüfen: Für den Heizungstausch gibt es die KfW-Heizungsförderung (Programm 458). Was dafür gilt, lesen Sie im Ratgeber Förderung Heizungstausch 2026.
Für Vermieter gibt es einen zusätzlichen Grund: Je niedriger der CO2-Ausstoß des Gebäudes, desto kleiner ihr Anteil im Stufenmodell.
CO2-Preis und Heizung in Duisburg und Umgebung
Wenn der CO2-Preis Heizkosten verteuert, lohnt ein Blick auf die eigene Anlage. Luftwerk zeigt Ihnen, wie Sie gegensteuern können: mit Heizungsoptimierung und hydraulischem Abgleich, mit einer Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpe und mit dem Förder-Check KfW 458 vor dem Auftrag. Wir sind in Duisburg, Moers, am Niederrhein, im westlichen Ruhrgebiet sowie in Krefeld, Düsseldorf, Neuss bis Köln im Einsatz. Rufen Sie an unter 0176 410 690 04 oder schreiben Sie uns per WhatsApp.
Weiterlesen: Wärmepumpe im Altbau · Heizungsprüfung Pflicht bis 2027 · Wärmeplan Duisburg
Quellen: DEHSt: Versteigerung ab 2026; EEX: erste nEHS-Auktion; Deutscher Bundestag: Änderung des BEHG; CO2KostAufG, Anlage (Stufenmodell); § 5a CO2KostAufG; § 8 CO2KostAufG; IHK Schwaben: Verschiebung des ETS2. Stand: Oktober 2026.
Häufig gestellte Fragen
Haben Sie weitere Fragen? Wir beraten Sie gerne!
Jetzt kostenlos anfragen