Mit Klimaanlage heizen: Lohnt sich das im Winter?

Das Arbeitszimmer unterm Dach ist morgens kühl, die Gasheizung braucht lange, und an der Wand hängt ein Split-Klimagerät, das bisher nur im Sommer lief. Da liegt die Frage nahe: Kann man mit Klimaanlage heizen – und lohnt sich das? Kurz gesagt: Ja. Ein Split-Gerät mit Heizfunktion arbeitet im Winter als Luft-Luft-Wärmepumpe und heizt einzelne Räume effizient. Dieser Ratgeber zeigt, was Stiftung Warentest dazu ermittelt hat, worauf Sie bei Effizienz und Abtauen achten sollten und wann es Förderung gibt.

Split-Klimagerät heizt ein Wohnzimmer im Winter (Symbolbild, KI-generiert)
Symbolbild (KI-generiert)

So heizt ein Split-Klimagerät

Im Heizbetrieb wird der Kältekreis umgekehrt. Das Außengerät entzieht der Außenluft Wärme, das Kältemittel transportiert sie ins Haus, und das Innengerät gibt sie als warme Luft an den Raum ab. Technisch ist die Klimaanlage dann eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kann sie raumweise eine alte Heizung ersetzen. Es gibt aber Grenzen:

  • Kein Warmwasser: Für Dusche und Küche brauchen Sie weiterhin ein eigenes System.
  • Luftbewegung: Das Gerät heizt über einen Luftstrom. Manche empfinden das als Zugluft, außerdem kann Staub aufgewirbelt werden.
  • Dämmung: Wie effizient das Heizen gelingt, hängt stark vom Dämmstandard des Gebäudes ab.
  • Raumweise Wirkung: Ein Innengerät heizt vor allem den Raum, in dem es hängt. Für mehrere Räume gibt es Multisplit-Anlagen mit mehreren Innengeräten an einem Außengerät.

Was Stiftung Warentest herausgefunden hat

Stiftung Warentest hat in einem am 15.10.2026 veröffentlichten Test durchgerechnet, was ein Split-Gerät als Ergänzung zur Gasheizung bringt. Im Szenario deckt das Split-Gerät 80 % des Heizbedarfs eines Südzimmers, die Gasheizung die übrigen 20 %. Die wichtigsten Ergebnisse:

KennzahlErgebnis laut Stiftung Warentest
Heizkosten Beispielzimmer, nur Gasca. 500 € pro Jahr
Heizkosten Split-Gerät plus Gas (80/20)gut 400 € pro Jahr
Ersparnis gegenüber nur Gasim Schnitt rund ein Fünftel
Treibhausgas gegenüber nur Gaskaum mehr als die Hälfte
Aufheizen von 15 auf 25 °C bei 7 °C außen16,5 Minuten (schnellstes 2,5-kW-Gerät) bis 36 Minuten (langsamstes Gerät)
Stromkosten fürs Kühlen im Sommerim Schnitt 63 € pro Jahr

Für das Beispielzimmer bedeutet das knapp 100 Euro weniger Heizkosten im Jahr. Der Klimavorteil zeigt sich laut Warentest schon in einem nur mäßig gedämmten Haus mit einem Heizwärmebedarf von 150 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Auch bei Kälte schnitten die meisten Geräte gut ab: Sie heizten ohne Zusatzheizung gleichmäßig, erst bei simulierten −15 °C schwächelten einige. Eher nicht lohnt sich die Kombination, wenn die Hauptheizung bereits eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist.

Effizienz: Auf SCOP und Effizienzklasse achten

Wer regelmäßig mit Klimaanlage heizen will, sollte auf die Heizeffizienz achten, nicht nur auf die Kühlwerte. Sie wird als SCOP angegeben, als saisonale Leistungszahl. Ein SCOP von 5 bedeutet: Über die Heizsaison erzeugt das Gerät unter genormten Bedingungen aus einer Kilowattstunde Strom im Mittel rund fünf Kilowattstunden Wärme. Für Geräte bis 12 kW gelten nach der EU-Verordnung 626/2011 beim Heizen diese Klassen:

Effizienzklasse HeizenSCOP
A+++ab 5,10
A++4,60 bis unter 5,10

Prüfen Sie im Datenblatt außerdem die Heizleistung bei niedrigen Außentemperaturen, denn sie sinkt, wenn es kälter wird. Hersteller geben für den Heizbetrieb häufig eine Einsatzgrenze von etwa −15 °C Außentemperatur an, spezielle Modelle reichen tiefer. Diese Werte unterscheiden sich je Modell – maßgeblich ist das Datenblatt Ihres Geräts. An sehr kalten Tagen kann eine zweite Wärmequelle nötig sein.

Abtauen: Warum das Gerät kurz keine Wärme liefert

Bei feuchtkaltem Wetter bildet sich am Außengerät Reif. Das Gerät taut ihn automatisch ab, am häufigsten bei Temperaturen knapp über 0 °C und hoher Luftfeuchte. Während der Abtauphase bläst das Innengerät keine Warmluft aus. Laut Herstelleranleitung startet das Gebläse erst wieder, wenn das Innengerät warm ist – in der Praxis meist nach einigen Minuten. Das ist normal und kein Defekt. Abtauen kostet allerdings Strom, ohne dass Wärme in den Raum gelangt.

Praxis-Tipps: Richtig mit Klimaanlage heizen

Die folgenden Tipps stammen aus Ratgebern und Bedienungsanleitungen. Sie sind Orientierungswerte, keine festen Regeln. Im Zweifel gilt die Anleitung Ihres Geräts.

  • Lamellen nach unten richten: Warme Luft steigt nach oben. Zeigt der Luftstrom Richtung Boden, verteilt sich die Wärme besser im Raum.
  • Moderate Solltemperatur: Als Orientierung nennen Ratgeber etwa 20 bis 22 °C.
  • Abtaupausen einplanen: Kurze Phasen ohne Warmluft gehören im Winter dazu.
  • Wartung nicht vergessen: Wie oft ein Gerät gewartet werden sollte, lesen Sie im Ratgeber Klimaanlage Wartung.

Förderung: Wann die KfW das Split-Gerät bezuschusst

Wer mit Klimaanlage heizen und dafür Förderung nutzen möchte, muss genau hinsehen. Über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) sind Luft-Luft-Wärmepumpen auch 2026 grundsätzlich förderfähig, aber nur als echte Heizung. Laut ADAC, Bosch-Förderratgeber und Stiftung Warentest gelten unter anderem diese Bedingungen (Stand Oktober 2026):

  • Das Gerät dient der Raumbeheizung und hat eine integrierte Anzeige für Energieverbrauch und Effizienz.
  • Die Raumheizungs-Effizienz ηs beträgt mindestens 181 % bzw. bei Geräten unter 12 kW Klasse A++ oder A+++.
  • Das Gerät steht in der Wärmeerzeugerliste (WEP) des BAFA.
  • Nach der Maßnahme werden die versorgten Flächen zu mindestens 65 % erneuerbar beheizt.
  • Gefördert wird nur der Wechsel von fossil zu erneuerbar. Reine Kühlgeräte, Neubauten und der Ersatz einer bestehenden Wärmepumpe sind ausgeschlossen.

Ein Split-Gerät als Ergänzung zur weiterlaufenden Gasheizung ist damit praktisch nicht förderfähig. Bei einer echten Heizungsumstellung beträgt die Grundförderung laut ADAC 30 %, mit Boni sind höchstens 80 % möglich. Für 2027 sind bereits Änderungen angekündigt. Prüfen Sie vor dem Antrag die aktuellen KfW-Unterlagen – oder nutzen Sie unseren Förder-Check KfW 458.

Rechenbeispiel: Wann § 14a EnWG greift

Heizen mit dem Split-Gerät erhöht Ihren Stromverbrauch. Seit 01.01.2024 gilt § 14a EnWG für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW, dazu zählen auch Klimaanlagen. Mehrere Geräte derselben Kategorie werden laut Bundesnetzagentur zusammengerechnet: Drei Split-Geräte mit je 1,5 kW kommen auf 4,5 kW und fallen damit unter die Regel. Solche Anlagen werden beim Netzbetreiber angemeldet. Bei drohender Netzüberlastung darf er die Leistung drosseln, aber nicht unter 4,2 kW; eine vollständige Abschaltung ist nicht zulässig. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. Mehr zu Verbrauch und Kosten lesen Sie im Ratgeber Klimaanlage Stromverbrauch.

Mit Klimaanlage heizen in Duisburg und Umgebung

Luftwerk plant und installiert Luft-Luft-Wärmepumpen und Multisplit-Klimaanlagen, die im Sommer kühlen und im Winter heizen. Wir prüfen, ob Ihr vorhandenes Gerät für den Heizbetrieb geeignet ist, welche Effizienz es beim Heizen erreicht und ob eine KfW-Förderung in Frage kommt. Wir sind in Duisburg, Moers, am Niederrhein, im westlichen Ruhrgebiet sowie in Krefeld, Düsseldorf und Neuss bis Köln im Einsatz. Rufen Sie an unter 0176 410 690 04 oder schreiben Sie uns per WhatsApp.

Weiterlesen: Klimaanlage für die Wohnung: Split oder Monoblock · Förderung Heizungstausch 2026 · Wärmepumpe im Altbau

Quellen: Stiftung Warentest: Heizen mit der Klimaanlage (15.10.2026); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Energietipp Heizen mit Klimaanlage (PDF); IEA: EU-Verordnung 626/2011 (Energielabel Klimageräte); Herstelleranleitung Split-Gerät (Eurofred, PDF); KlimaGuide (Ratgeber-PDF); ADAC: Förderung Heizung; Bosch Home Comfort: Förderung Wärmepumpe; BAFA: Wärmeerzeugerliste Wärmepumpen; Bundesnetzagentur: Betroffene Anlagen nach § 14a EnWG. Stand: Oktober 2026.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Split-Klimaanlage auch heizen?+

Ja, wenn das Gerät einen Heizbetrieb hat. Dann wird der Kältekreis umgekehrt, und das Gerät arbeitet als Luft-Luft-Wärmepumpe. Wie effizient es heizt, steht im Datenblatt: Achten Sie auf den SCOP und die Effizienzklasse für das Heizen.

Ist Heizen mit der Klimaanlage günstiger als mit Gas?+

Laut Stiftung Warentest (Test vom 15.10.2026) war die Kombination aus Split-Gerät und Gasheizung in einem Südzimmer im Schnitt rund ein Fünftel billiger als reines Gasheizen. Im Beispiel sanken die Kosten von ca. 500 auf gut 400 Euro im Jahr.

Heizt eine Klimaanlage auch bei Frost?+

Im Warentest heizten die meisten Geräte auch ohne Zusatzheizung gleichmäßig, erst bei simulierten minus 15 Grad schwächelten einige. Bei feuchtkaltem Wetter taut das Außengerät zwischendurch ab, dann kommt für einige Minuten keine Warmluft.

Wird eine Klimaanlage zum Heizen gefördert?+

Über KfW 458 nur als echte Heizung: Das Gerät muss der Raumheizung dienen, eine Verbrauchs- und Effizienzanzeige haben, Klasse A++ oder A+++ erreichen und in der BAFA-Liste stehen. Als Ergänzung zur weiterlaufenden Gasheizung ist es praktisch nicht förderfähig.

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