Das Thermostat steht auf 3, trotzdem ist es im Wohnzimmer zu warm. Und im Arbeitszimmer läuft die Heizung den ganzen Tag, obwohl dort erst abends jemand sitzt. Viele fragen sich dann, ob smarte Thermostate das Problem lösen und wie viel sie wirklich sparen. Dieser Ratgeber erklärt, was die Stufen am Thermostatkopf bedeuten, welche Einsparungen belastbar sind, warum das Ventil darunter genauso wichtig ist und wann es Förderung gibt.

Was die Zahlen am Thermostatkopf bedeuten
Ein Thermostatkopf regelt die Raumtemperatur selbsttätig: Er öffnet das Ventil, wenn es kühler wird, und drosselt es, wenn die eingestellte Temperatur erreicht ist. Die Ziffern stehen deshalb für eine ungefähre Zieltemperatur. Typische Werte laut co2online und Verbraucherzentrale:
| Stufe am Thermostatkopf | ungefähre Raumtemperatur |
|---|---|
| Sternsymbol (Frostschutz) | 6 °C |
| 1 | 12 °C |
| Mondsymbol (Absenkung) | 14 °C |
| 2 | 16 °C |
| 3 | 20 °C |
| 4 | 24 °C |
| 5 | 28 °C |
Zwischen zwei Stufen liegen etwa 3 bis 4 Grad. Die tatsächliche Temperatur hängt vom Ventil und vom Raum ab. Stufe 3 entspricht damit ungefähr der Empfehlung des Umweltbundesamts (UBA) für Wohnräume: 20 °C. Für die Küche empfiehlt das UBA 18 °C, für das Schlafzimmer 17 °C.
Raumweise Regelung ist Pflicht (§ 63 GModG)
Nach § 63 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) muss eine neu eingebaute wasserführende Heizung mit einer selbsttätig wirkenden Einrichtung zur raumweisen Temperaturregelung ausgestattet werden, zum Beispiel mit Thermostatventilen. In bestehenden Gebäuden muss der Eigentümer fehlende Regelungen nachrüsten (Abs. 3).
Ausnahmen gelten unter anderem für Fußbodenheizungen in Räumen unter 6 m² und für Einzelheizgeräte mit festen oder flüssigen Brennstoffen. In Nichtwohngebäuden ist eine Gruppenregelung zulässig. Ein normales Thermostatventil erfüllt die Pflicht bereits – smart muss die Regelung nicht sein.
Wie viel sparen smarte Thermostate wirklich?
Belastbare Zahlen kommen vor allem von zwei Stellen: Das UBA nennt für programmierbare Thermostate eine Einsparung von etwa 10 %, zum Beispiel weil sie die Heizung erst kurz vor der Rückkehr wieder hochfahren. co2online kommt ebenfalls auf rund 10 %. Werbeversprechen mit deutlich höheren Werten sollten Sie kritisch sehen.
| Maßnahme | Einsparung (Orientierungswert) | Quelle |
|---|---|---|
| Raumtemperatur um 1 °C senken | ca. 6 % Heizenergie | UBA, Verbraucherzentrale |
| programmierbare oder smarte Thermostate | ca. 10 % | UBA, co2online |
| hydraulischer Abgleich | bis zu 15 % (Obergrenze, stark abhängig vom Ausgangszustand) | co2online |
Rechenbeispiel: Wer in der ganzen Wohnung die Temperatur von 22 °C auf die empfohlenen 20 °C senkt, spart nach der Faustregel rund 12 % Heizenergie (2 × 6 %) – ganz ohne neue Technik. Ein programmierbares Thermostat hilft vor allem dabei, solche Absenkungen zuverlässig einzuhalten, wenn niemand zu Hause ist.
Wann sich smarte Thermostate lohnen – und wann kaum
Programmierbare Thermostate sparen vor allem dort, wo Räume zeitweise leer sind und vorher durchgeheizt wurden. Wer ohnehin diszipliniert absenkt, spart mit der Technik wenig zusätzlich.
- Lohnt sich eher: Arbeits- oder Gästezimmer, die nur stundenweise genutzt werden, und Wohnungen, die werktags tagsüber leer stehen.
- Lohnt sich kaum: dauerhaft bewohnte Räume wie ein Wohnzimmer, das den ganzen Tag genutzt wird, und Haushalte, die schon konsequent von Hand absenken.
- Absenken ja, auskühlen nein: Bei Kälte sollten Räume laut Verbraucherzentrale NRW nicht unter 16 °C fallen. Mehr dazu im Ratgeber Richtig lüften im Winter.
- Vorsicht bei Wärmepumpe und Fußbodenheizung: Laut Verbraucherzentrale NRW bringt eine starke Absenkung oder Abschaltung hier wenig, senkt den Komfort und schadet meistens sogar der Effizienz.
Ein praktischer Punkt: Viele smarte Köpfe und Raumthermostate laufen mit Batterien. Ist die Batterie leer, bleibt der Raum unter Umständen kalt. Prüfen Sie Batterien und Zeitprogramme deshalb zu Beginn der Heizperiode.
Das Ventil unter dem Kopf: voreinstellbar oder nicht?
Der Thermostatkopf ist nur die eine Hälfte. Für eine gleichmäßige Wärmeverteilung ist das Ventilunterteil entscheidend. Voreinstellbare Thermostatventile erkennen Sie an einer Skala am Ventilunterteil unter dem Kopf. Damit wird der Durchfluss je Heizkörper begrenzt.
Genau diese Voreinstellung nutzt der Fachbetrieb beim hydraulischen Abgleich: Aus der anteiligen Raumheizlast und der Temperaturspreizung wird berechnet, wie viel Wasser durch jeden Heizkörper fließen soll. Fehlen voreinstellbare Ventile, müssen sie nachgerüstet werden. Bei vielen Ventilunterteilen reicht es, den Ventileinsatz zu tauschen. Nachträglich aufgesetzte Hubbegrenzer auf alte Ventile empfiehlt die VdZ-Fachregel nicht, weil die Regelgüte leidet und sie verschmutzen können.
Für die BEG-Förderung gilt seit dem 1. Januar 2023 nur noch der hydraulische Abgleich nach Verfahren B mit raumweiser Heizlast. Ein smartes Thermostat ersetzt den Abgleich nicht: Es regelt die Temperatur im Raum, verteilt das Heizwasser aber nicht neu. Bleibt ein Heizkörper trotz voll geöffnetem Kopf kühl, hilft der Ratgeber Heizkörper wird nicht warm.
Förderung: Was das BAFA bezuschusst
Das BAFA fördert im Programm Heizungsoptimierung (Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen) unter anderem den hydraulischen Abgleich inklusive Heizkurve, den Pumpentausch und „separate Mess-, Regelungs-, Steuerungstechnik und Benutzerinterfaces“. Die wichtigsten Bedingungen laut BAFA-Programmseite:
- Grundfördersatz 15 % der förderfähigen Ausgaben,
- Mindestinvestition 300 € brutto,
- nur Bestandsgebäude mit höchstens fünf Wohneinheiten,
- Wärmeerzeuger älter als zwei Jahre, bei fossiler Heizung nicht älter als 20 Jahre,
- ein hydraulisch abgeglichenes System als Voraussetzung, sonst Abgleich nach Verfahren B,
- Antrag nur unter Einbindung eines Fachunternehmens oder einer Energieeffizienz-Expertin bzw. eines -Experten.
Der Bonus für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP, plus 5 %) ist für kleine Maßnahmen praktisch nicht erreichbar: Laut BAFA greift er erst ab förderfähigen Ausgaben von 30.000 € für die erste Wohneinheit. Für einen Ventil- oder Thermostattausch spielt er also keine Rolle.
Und smarte Thermostate allein? Ob reine Thermostatköpfe ohne weitere Optimierung gefördert werden, lässt sich nicht pauschal beantworten. Thermostate und Regeltechnik können als Teil einer Heizungsoptimierung förderfähig sein. Wir prüfen das für Ihr Gebäude vor dem Auftrag.
Thermostatventile und Abgleich in Duisburg und Umgebung
Luftwerk prüft Ihre Thermostatventile, rüstet voreinstellbare Ventile nach, führt den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B durch und passt Heizkurve und Pumpe an. Vor dem Auftrag klären wir, ob die Maßnahme als Heizungsoptimierung förderfähig ist. Wir sind in Duisburg, Moers, am Niederrhein und im westlichen Ruhrgebiet im Einsatz. Rufen Sie an unter 0176 410 690 04 oder schreiben Sie uns per WhatsApp.
Weiterlesen: Fußbodenheizung: hydraulischer Abgleich · Heizung springt nicht an: Checkliste · Heizungsanlagen
Quellen: co2online: Heizungsthermostat – Funktionsweise; co2online: Thermostate richtig einstellen; co2online: 10 Prozent weniger durch programmierbare Thermostate; co2online: Hydraulischer Abgleich FAQ; Umweltbundesamt: Heizen, Raumtemperatur; Verbraucherzentrale: 10 Tipps zum Heizkostensparen; Verbraucherzentrale NRW: Heizung optimieren; § 63 GModG; VdZ-Fachregel Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand; VdZ: Formulare hydraulischer Abgleich; BAFA: Heizungsoptimierung. Stand: Oktober 2026.
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