Der Herbst ist da — und damit die beste Zeit, Ihre Heizung auf den Winter vorzubereiten. Ein gründlicher Heizungs-Wintercheck verhindert böse Überraschungen an kalten Tagen, senkt Ihre Heizkosten und verlängert die Lebensdauer Ihrer Anlage. Wir zeigen Ihnen, was Sie selbst prüfen können und wann der Fachmann ran muss — mit einer praktischen Checkliste zum Abhaken.
Warum ein Heizungs-Wintercheck wichtig ist
Nach den Sommermonaten, in denen Ihre Heizung meist nur Warmwasser bereitet hat, können verschiedene Probleme auftreten: Ventile klemmen, Luft sammelt sich in den Heizkörpern, der Druck ist abgefallen oder Dichtungen sind porös geworden. Ein rechtzeitiger Check im September oder Oktober gibt Ihnen Sicherheit — und spart im Ernstfall teure Notdienst-Einsätze.
Checkliste: Was Sie selbst prüfen können
1. Heizkörper entlüften
Luft im Heizsystem ist der häufigste Grund für kalte Heizkörper. Entlüften Sie jeden Heizkörper einzeln:
- Heizung aufdrehen (Thermostat auf 5)
- Entlüftungsventil mit Vierkantschlüssel öffnen
- Warten bis Wasser kommt (Gefäß/Lappen bereithalten)
- Ventil schließen
- Vorgang im obersten Stockwerk beginnen, dann nach unten arbeiten
2. Wasserdruck kontrollieren
Der Manometer an Ihrer Heizung sollte 1,0–1,5 bar anzeigen (bei kalter Anlage). Ist der Druck unter 1,0 bar, muss Wasser nachgefüllt werden. Den genauen Solldruck finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Heizung.
3. Thermostate prüfen
Drehen Sie jeden Thermostat einmal komplett auf und zu. Er sollte sich leichtgängig bewegen. Klemmt der Stift unter dem Thermostatkopf, können Sie ihn vorsichtig mit einer Zange lösen. Reagiert der Heizkörper trotzdem nicht, ist vermutlich das Ventil defekt.
4. Heizungsraum checken
- Ist der Raum frei von brennbaren Materialien?
- Sind die Lüftungsöffnungen frei (wichtig bei Gas-/Ölheizungen)?
- Gibt es feuchte Stellen oder Wasserflecken (Hinweis auf Leckagen)?
- Funktioniert das Abgasrohr/der Schornstein (kein Rost, keine Verstopfung)?
- Ist das Display der Heizung fehlerfrei (keine Störmeldungen)?
5. Programmierung aktualisieren
Überprüfen Sie die Zeitprogramme Ihrer Heizungssteuerung: Stimmen die Heizzeiten noch mit Ihrem Tagesablauf überein? Nach der Zeitumstellung (letzter Sonntag im Oktober) müssen ältere Heizungen manuell umgestellt werden.
Was der Fachmann prüfen sollte
Folgende Arbeiten gehören in die Hände eines Heizungsfachbetriebs:
- Brenner reinigen und einstellen: Optimale Verbrennung spart 5–10 % Heizkosten
- Abgaswerte messen: Gesetzlich vorgeschrieben, deckt Effizienzprobleme auf
- Wärmetauscher reinigen: Rußablagerungen senken den Wirkungsgrad erheblich
- Ausdehnungsgefäß prüfen: Ein defektes MAG verursacht Druckschwankungen und Schäden
- Sicherheitsventile testen: Überdruckventil und Temperaturbegrenzer müssen funktionieren
- Umwälzpumpe kontrollieren: Alte Pumpen sind oft die größten Stromfresser im Haus
- Dichtheit prüfen: Verschraubungen, Ventile und Flansche auf Undichtigkeiten untersuchen
- Hydraulischen Abgleich prüfen: Sorgt für gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Wintercheck?
September bis Mitte Oktober — also bevor die Heizsaison richtig startet. So haben Sie genug Puffer, falls Reparaturen nötig sind oder Ersatzteile bestellt werden müssen. Im November und Dezember sind Heizungsbetriebe erfahrungsgemäß stark ausgelastet.
Checkliste zum Ausdrucken
| Punkt | Selbst | Fachmann |
|---|---|---|
| Heizkörper entlüften | ✓ | |
| Wasserdruck kontrollieren (1,0–1,5 bar) | ✓ | |
| Thermostate auf Gängigkeit prüfen | ✓ | |
| Heizungsraum auf Sauberkeit/Lüftung prüfen | ✓ | |
| Zeitprogramm aktualisieren | ✓ | |
| Heizkurve/Vorlauftemperatur optimieren | ✓ | |
| Brenner reinigen und einstellen | ✓ | |
| Abgasmessung durchführen | ✓ | |
| Ausdehnungsgefäß prüfen | ✓ | |
| Sicherheitsventile testen | ✓ | |
| Umwälzpumpe kontrollieren | ✓ | |
| Gesamtsystem auf Dichtheit prüfen | ✓ |
Was kostet ein professioneller Heizungs-Wintercheck?
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Heizungswartung Gas-Brennwert | 150–250 € |
| Heizungswartung Öl | 180–300 € |
| Heizungswartung Wärmepumpe | 120–200 € |
| Zusatz: Hydraulischer Abgleich | 800–1.500 € |
| Zusatz: Pumpe tauschen (Hocheffizienzpumpe) | 400–700 € |
Tipp: Ein Wartungsvertrag sichert Ihnen einen festen Termin vor der Heizsaison, Rabatt auf Ersatzteile und bevorzugte Behandlung im Störfall.
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